TECHNOLOGIE

Technologie in der Geothermieanlage

In Unterhaching wird die heiße Thermalwasserquelle sowohl für die Wärmeversorgung der Gemeinde, als auch für die Stromerzeugung genutzt.

Projektschema der Geothermie Unterhaching 
  (Stromerzeugung bis Ende 2017)

Wärmeversorgung

Für die Wärmeversorgung wird Thermalwasser aus einer Tiefe von rund 3500 Metern über eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt und die Wärme per Wärmetauscher ins Fernwärmenetz eingespeist. Über das Fernwärmenetz wird die Wärme dann an alle angeschlossenen Gebäude geliefert. Die Fernwärme wird dort über einen kleineren Wärmetauscher an das Hausnetz übergeben. 
Das ursprünglich geförderte Thermalwasser läuft also nicht durch das Fernwärmenetz, sondern wird um den unterirdischen Wasservorrat nicht auszubeuten, über eine zweite Bohrung wieder in die Erdschicht geleitet, der es entnommen wurde.

Stromerzeugung mittels Kalina-Verfahren bis Ende 2017

Für die Stromerzeugung wurde in Unterhaching das neuartige Kalina-Verfahren genutzt. Dieses Verfahren ermöglicht eine Nutzung von Temperaturen ab ca. 90° C. Hierzu wird die Wärme des Wassers, wie bei der Wärmeversorgung, über Wärmetauscher an ein Ammoniak-Wasser-Gemisch abgegeben. Da dieses Gemisch schon bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als Wasser verdampft, kann dieser Prozess bereits bei niedrigeren Temperaturen eingesetzt werden.
Zusätzlich ermöglicht das Gemisch eine äußerst effiziente Wärmeübertragung. Mit dem entstandenen Dampf kann, genauso wie üblicherweise mit Dampfturbinen, Strom erzeugt werden.

 Funktionsweise des Kalina-Prozesses

Zurzeit arbeiten weltweit erst wenige geothermische Kraftwerke nach diesem Prinzip. Der erstmalige Einsatz dieser Technik in Deutschland, sowie das innovative Gesamtkonzept zur Strom- und Wärmeproduktion mit seinen positiven Umweltauswirkungen, wurden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aus dem Umweltinnovationsprogramm gefördert. Darüber hinaus wurden die erforderlichen seismischen Untersuchungen und die wissenschaftliche Projektbegleitung aus dem Energieforschungsprogramm der Bundesregierung unterstützt. Das Projekt wurde ferner im Rahmen des Bayerischen Programms Rationellere Energiegewinnung und -verwendung, REV Demonstrationsvorhaben, vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit einem Zuschuss zur Risikofündigkeitsversicherung gefördert.

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